Komm sach watt!

Wenn es nicht das www wäre würden hier oben Fotos meiner Kinder hängen. Ich freue mich über nette Kommentare, Kritik vertrage ich überhaupt nicht und ich bin kein Freund von Smilies, man sollte sich auch so ausdrücken können.

Thanks for stalking. Komm sach watt!

Freitag, 22. November 2013

Letzte Nacht hab ich mein Angaschemong

in Sachen Hunde in Frage gestellt. Ob das alles so richtig ist, was ich mache, ob ich anderen Menschen nicht einfach zu viel zumute, den Hunden wirklich Gutes tue. Und auch heute bin ich noch am Zweifeln.

Dylan sollte gestern zu einem "Vorstellungstermin" nach Hamburg. Katrin und Mann wollten mit ihm hin um zu sehen, ob das mit dem vorhandenen Hund und den Katern klappt. Ich wusste nicht, wann die loswollten und ihn aus der Pflegestelle abholen. Hab morgens um halb acht noch ´ne Mail geschrieben, dass der Hund beim Auto fahren immer geko.. hat und sie bitte aufpassen möchte, dass er nicht wegfluppt. Um 10 Uhr kommt ´ne SMS "Katastrophe, Dylan ist weg!" Noch vor Fahrtbeginn ist er aus dem Geschirr geschlüpft. Dylan, der Dylan, der so ängstlich ist. Den ganzen Tag über wurde gesucht, manchmal wurde er gesichtet, auch fast geschnappt, hat große Strassen überquert und ab 14 Uhr blieb er verschwunden. Teilweise mit 10 Personen Suchtrupp unterwegs. Polizei, Tierheim waren informiert. Kescher ausgeliehen. Immer nur Bruchstücke wie z. B. ... er wurde am Holzhafen gesichtet. Und ich dachte nur, du guckst jetzt nicht auf Google Earth was der Holzhafen ist. Hab ich auch nicht. Es wurde dunkel und die Hoffnung schwand. auch im Dunkeln ging die Suche mit einigen Freiwilligen weiter. Ich war weit weg und konnte immer nur auf Neuigkeiten warten. An vielen Fronten Tränen. Hab geflucht und doch nichts der ganzen Familie nichts erzählt. Reicht ja, wenn ich am Rad drehe. "Mama, was bist du denn so rot? Is was?" "Nee." Kaum geschlafen. Heute morgen dann die erste gute Nachricht. Dylan ist wieder da. Die Zeitungsfrau hatte ihn rumschleichen sehen und die Pflegefrau geweckt. Stein in die Eingangstür und dann hat er sich irgendwann reingetraut. Morgens um 4 Uhr. Durch das Spazieren gehen kannte er das Viertel und wenn es nicht regnet, dann haben die ja auch ihre Nase für zum Schnüffeln. Mein Fazit daraus: Nie wieder einen so ängstlichen Hund wegschicken. Hab ernsthaft überlegt ihn abzuholen oder gegen einen einfachen Hund zu tauschen (so die Pflegestelle das überhaupt noch machen würde).

Heute sollte Elly eigentlich zur Voruntersuchung, Katrin musste um 7 Uhr los. Und dann wurde sie zackbumm gleich operiert und ist nun bereits wieder bei Katrin. Noch eine frohe Botschaft, OP gut gelaufen und nach deren Röntgenaufnahmen muss keine 2. OP am anderen Bein erfolgen. Irgendwie sind alle Beteiligten froh, aber unausgeschlafen, erleichtert und wieder kaputt. Kann man nachvollziehen, oder?

Noch ´ne gute Nachricht... der Junge hier hat Adoptanten.



Leider fehlt uns ein Flugpate. Es ist keine Touri-Saison. Lissabon - Berlin oder Lissabon Hamburg. Wenn ich mehr Pflegestellen hätte dann würde ich selbst mit mehreren Hunden fliegen, aber für einen Hund lohnt sich das überhaupt nicht. Überlegt es euch. So ein Hund ist eine Bereicherung und es macht unglaublichen Spaß zu sehen wie er auftaut, Vertrauen fasst und zum fröhlichen Hund wird.

Kommentare:

  1. Was für ein Schreck ... gut, dass alles gut angegangen ist.

    Aber bitte keine Selbstzweifel.
    Das was du tust ist genau richtig und jeder der dir etwas zusagt, weiß, was er zu "geben" bereit ist und tut es mit Freude (gehe ich jetzt mal von aus).
    Und die Hunde? Ich glaube, da sagen die Bilder der Glücklichen mehr als 1000 Worte.

    BTW.: Hattest du nicht Flugpaten nach FFM?

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  2. Der Tag gestern war echt die Hölle. Der arme Kleine alleine in der Stadt. Ich bin soooooooooooo froh, dass er wieder da ist. Ich hätte mir wohl ewig Vorwürfe gemacht. Aber hätte, wäre, wenn, ist egal, er ist ja wieder da! Da sind Gebirge gefallen! Und dass er wieder nach Hause findet, zeigt ja auch, dass er sich in seiner Pflegestelle sehr wohl fühlt. Kein Wunder, er wird da auch betüdelt und man hat ihn schon lieb gewonnen.

    Die kleine Motte (so heißt Elly bei mir) schläft friedlich, sie lässt sich schon wieder kraulen und einmal angegrinst hat sie mich auch schon, ein zaghaftes Schwanzwedeln habe ich auch gesehen.

    Und nein nicht zweifeln, Du tust Gutes. Wir werden für Dylan ein schönes zu Hause finden. Und Elly hätte vielleicht nie die Chance auf ein zu Hause und ein gesundes Hundeleben gehabt. Die Chance hat sie jetzt!
    Und Du zwingst doch niemanden zu helfen, wir haben das angeboten und dazu stehen wir auch, auch wenn es Probleme gibt. Ganz oder Gar Nicht.

    Allerdings die usselige Erkältung, die ich mir gestern bei der Suche eingefangen habe, die hätte gerne jemand anderes haben können.

    Aber es war eine Hundewoche mit Ups and Downs. Montag Down, Elly muss operiert werden, Mittwoch up, wir kriegen das mit der OP hin, Gestern down, down, down....Dylan weg...Heute Up, Up, Up...Dylan wieder da, Elly fertig operiert. Aber ich mag übrigens auch Konstanten.

    Außerdem hat man dann ja auch so Fälle wie Lumpi: Abgeholt, hingebracht und alles hat super geklappt. Er fühlt sich bei seiner Familie sehr wohl und ist angekommen!

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  3. oh, himmel...........mannomann! letztlich alles gut verlaufen!!!
    und susi, ja!! es ist gut, was du für die hunde tust!! das sollst du nie in frage stellen. jede gerettete tierseele zählt!
    und der schnuckel kommt in erfahrene hände!
    m.

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  4. schade, daß man die hunde nicht fragen kann.
    ihre antworten würden deine zweifel zur hölle schicken.
    wenn so vieles wunderbar läuft, gibt es auch immer wieder dämpfer.
    nicht aufgeben, ihr seid richtig gut! liebe grüsse, edith

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  5. Liebe Susi,
    nicht zweifeln. Ich kann mir gut vorstellen, dass du dir solche Gedanken machst, aber alles ist noch mal gut gegangen .
    Hier kenne ich auch 2 Frauen, die Pflegehunde haben, da büchste auch schon mal einer aus, Herzkasper im ganzen Dorf......er kam wieder.
    In Sachen Pflegestelle habe ich hier sehr vorsichtig vorgefühlt, aber da ist nix zu machen, leider. Ich helfe anders, wenn ich kann, versprochen.
    Ach, wenn ich könnte, würde ich dich mal ganz feste drücken, Mensch.
    Ganz liebe Grüße, Sabine

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  6. Klar kommen immer wieder mal Momente, wo man deine Gedanken denken kann.
    Aber ich schließe mich da meinen Vorrednern an: Die Menschen, die hier sind, die lesen, kommentieren, helfen, spenden, mitfiebern und Daumen drücken, wissen genau was sie tun. Ich frage mich auch bei jedem neuen Hund, warum kann ich nicht mehr tun? Weil es eben so ist, wie es ist!
    Ihr vor Ort tut wirklich schon viel. Respekt für Eure Arbeit. Schau dir die Tiere an: Elly wird morgen schon wieder rumspringen und Dylan hat sich nach Hause gefunden. Das hat er sicher auch geschafft, weil er sich dort wohl
    fühlt und es sein Zuhause ist.
    Morgen ist ein neuer Tag! Mit neuen Herausforderungen. Gutes oder nicht? Wir werden es sehen!
    Gute Nacht sagt Mieke.

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  7. Hallo Susanne,
    das war ja wirklich ein schlimmer Tag für alle Beteiligten, schon beim Lesen stockte mir der Atem.
    Umso schöner, dass Dylan von selbst wusste wo er hin muss. Das ist toll und zeigt doch, dass er sich dort wohl fühlt.
    Hier am Ort ist vor 2 Wochen auch ein Hund, der aus Rumänien kam, den neuen Besitzern beim Spaziergang ausgebüchst. Glücklicherweise wurde er nach gut einer Woche wieder gefunden.

    Deine Zweifel kann ich verstehen, ich hab sie im Katzenschutz auch manchmal. Mit aller Mühe und besten Vorbereitungen haben wir letztes Jahr u.a. zwei nicht zu vermittelnde Katzen wieder ausgewildert. Sie waren so scheu, dass sie im Tierheim kaum gefressen haben und ihre Katzenhöhle fast ein Jahr lang kaum verlassen hatten. Sie wurden in der neuen Umgebung eingewöhnt, bevor sie in Freiheit entlassen wurden, hatten dauerhaft eine Futterstelle und Scheunen zum Unterschlupf. Doch sie tauchten nicht wieder auf, Fressen blieb unberührt und wir haben gesucht, Anwohner gefragt, Anzeige aufgegeben, ob sie irgendwo bei einem Bauernhof vielleicht gesehen wurden. Sie sind seither verschwunden. Was haben wir hinterfragt, ob das jetzt richtig so war. Hätte man sie im Tierheim lassen sollen, wo sie jetzt noch ein behütetes Dasein hätten? Aber leider unvermittelbar und in Gefangenschaft?
    Vor Wochen haben wir woanders wieder welche ausgewildert. Die haben das Prinzip verstanden und kommen zum Schlafen und Fressen zurück in einen Container mit Futterstelle, der dort verbleiben kann.

    Doch auch wenn manchmal Zweifel kommen, schau in die Augen der Tiere, dann weißt Du, dass sich jeder Einsatz lohnt.
    Schau, wie viele Du schon gerettet und glücklicher gemacht hast als sie es je ohne Deine Hilfe hätten werden können. Sie haben durch Dich eine Chance auf ein besseres Leben. Das ist nicht hoch genug einzuschätzen.
    Danke Dir und auch danke an alle, die Dir tatkräftig helfen, wie beispielsweise Katrin und Umfeld.
    Freut mich, dass Elly die OP gut überstanden hat - diese Chance hätte sie ohne Dich auch nicht gehabt.

    Herzliche Grüße
    Sabine

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  8. Elly hat gut geschlafen und eben gegessen und getrunken.
    Einmal ist schon ganz allein aufgestanden und hat die operierte Pfote gaaaaaaaanz vorsichtig aufgesetzt.

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  9. Nee Susi. Angaschma ist immer gut. Und - klingt jetzt vielleicht blöd, so ein Besserwisserratschlag - Agsthunde immer doppelt sichern. Halsband und Geschirr. So halte ich es mit meinen Pflegehunden immer. Habe mir sogar extra Leinen dafür gebastelt.

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    1. Doppelsicherung ist schon gekauft. Sowas will ich NIE wieder erleben!

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  10. Ich denke, dass ein Hinterfragen ab und ab eine gute Zentrierung sein kann, oder aber eine Möglichkeit, die eine oder andere Veränderung in Angriff zu nehmen, welche einer bei allem aktiv sein, machen und organisieren aus dem Sichtfeld rutscht. Danach weiß eine vielleicht wieder mehr, warum und wie sie ihre Arbeit / ihr Leben gestaltet. Das es so, wie es ist richtig ist.

    Hmm... einen Hund (ein Tier) zu haben ist ganz sicher eine große Bereicherung und großes Glück im Leben.
    Für den Menschen und den Hund gut!
    Doch es bedeutet auch viele Jahre eine große Verantwortung, Zeit und Geld. Ist so. Deswegen ist es gut sich sehr genau zu überlegen, ob ein Leben mit Tier wirklich das ist, was eine / einer möchte.
    Das kann eben nicht jeder/ jede. Aus verschiedenen Gründen. Auch wenn das Herz für einen Hund hoch schlägt.
    Ich grüße Dich herzlich
    Oona

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  11. Das hat ja zum Glück ein Happy End genommen! Trotzdem hört man sowas immer wieder, dass ein Transporthund aus dem Geschirr schlüpfen konnte... Aber wie ?

    Wenn man ein ordentliches Y-Geschirr hat, kann da auch kein Hund entkommen. Die neumodernen (u.a K9, Hunter Ranger) sind da leider oft ein Problem, weil ein agiler Hund hier rausflutschen kann.

    Da muss sicherlich mehr drauf geachtet werden! Erst recht bei Angsthunden. Aber so lernt man dazu...

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  12. Eigentlich ist alles gesagt, ich kann mich den anderen nur anschließen. Und - egal, was man macht, jeder macht Fehler, aus denen man lernt und die einem nur einmal passieren. Fehler ist vielleicht das falsche Wort, ich mein, dass Dylan weggelaufen ist, sowas kann eben passieren und Trinchen sagt ja selbst, dass sie nun ne Dopppelsicherung hat. Es ist passiert, es ist alles wieder gut (das ist das Wichtigste!) und es wird nicht wieder passieren. Erfahrungen halt, aus denen man klüger wird. So ist das immer im Leben.

    Und Du verlangst doch den Menschen nicht zuviel ab, Mensch Susi! Jeder tut auf seine Weise das, was er kann. Das tut er freiwillig und selbstbestimmt und ich glaube, alle hier sind soweit "erwachsen", dass sie wissen, auf was sie sich einlassen. Dass es auch mal Probleme gibt ist doch völlig normal. Auch wie sonst überall im Leben. Aber was zählt ist das Gute, dass ihr jedem einzelnen Tier tut. Überleg allein mal, wie vielen armen Wesen ihr ein schlimmes Schicksal allein dadurch erspart habt, dass ihr so viele Kastrationen machen lasst.

    Liebe Grüße von brisy, die jetzt Wolle kaufen fährt und einen Hundepullover stricken will.



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  13. Liebe Susi - schaue in die Augen Deiner Vierbeiner und sehe dort, wieviel Liebe für Dich da ist, dann wirst Du sicher nicht mehr von Selbstzweifeln btr, Deines Angaschemongs geplagt, sondern ganz genau wissen, warum Du das alles tust.
    Weiterhin viel Kraft für Deine tolle Arbeit wünsche ich Dir.

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  14. achso...und wenn jemand mal schwankt, ob er so nen Hund aussem Internet ungesehen ins Haus und ins Leben lassen sollte, der möge sich an mich wenden, ich kann gerne von meinen Erfahrungen berichten....sehr gerne.
    Grüße, Frau Gräde

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  15. Nur zur Info. Beiden also Dylan und Elly geht es gut.
    Elly versucht gerade bei allen Menschen einen auf "ich bin so ein armer kranker Hund" zu machen. Zu niedlich die kleine. Sie hüpft auch bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf's Sofa.

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Bitte höflich bleiben, sonst...