Komm sach watt!

Wenn es nicht das www wäre würden hier oben Fotos meiner Kinder hängen. Ich freue mich über nette Kommentare, Kritik vertrage ich überhaupt nicht und ich bin kein Freund von Smilies, man sollte sich auch so ausdrücken können.

Thanks for stalking. Komm sach watt!

Freitag, 13. Juni 2014

Umbruch

Wo fang ich an? Vor ein paar Tagen war Vanessas Ehemann hier. Dass sich Vanessa in den letzten Monaten verändert hat, war nicht zu übersehen. Ich weiss, dass sie so genannte Psycho-Pillen nimmt, denn ich wusste, wenn sie gelb im Gesicht war und die Reaktion kaum vorhanden, dann steht sie unter Strom. Das war unübersehbar öfter als noch vor einem Jahr. Ihre Tage von Dienstag bis Freitag bei den Popcörnern klappten jetzt nur noch mit geringstem Einsatz. Der Sack mit Kacke, den wir einige Kilometer weit im Auto zum nächsten Mülleimer transportieren müssen, lag tagelang da. Doch, ich hab den dann sonst mitgenommen, auch wenn man dabei fast kotzt, erst Recht, wenn der tagelang in der Sonne geschmort hat. Nun hat sich das so zugespitzt, dass sie kaum noch aus dem Bett kam. Sie hat mich um Hilfe gebeten bei den Popcörner, ich bin hin. Es war ein neuer Hund da, ohne Absprache. Anschließend haben wir gesprochen. Ich hab gesagt, wir brauchen Hilfe bei der Versorgung. Ich hab die Zeit nicht dafür. Ich wohne 20 km weit weg. Jetzt sind Ferien, ich muss meine Mädels nicht fahren, ich habe keinen Grund nach Caldas zu fahren. Ich habe noch einen Bürojob, ich habe eine Familie, ein Haus, einen Garten, ich habe 22 Hunde und ich bin die einzige, die versucht die Hunde zu vermitteln. Das Annoncieren kostet Zeit und vor allem das Beantworten der Mails von Interessenten. Vanessa ist arbeitslos, wohnt 3 km von den Popcörnern, hat keine Kinder, ihr Mann ist die ganze Woche nicht da, sie hat 8 Hunde, denen sie mit 50 qm Garten nicht gerecht wird und Spaziergänge macht sie nicht. Ich hab ja die Waschmaschine gekauft, die bei ihren Eltern steht. Keine Hütte hat eine Decke drin! Ich hab mehrmals gefragt, Vanessa wann wollen wir die gespendeten Gummiunterlagen zuschneiden und in die Hütten packen? Ja, bald.

Ich hab den Vorschlag gemacht, ob wir nicht Carla und Michelle ins Boot holen wollen, aber das geht nicht, weil die jeden Hund mitnehmen, den sie sehen. (Das hat auch nochmal Vanessas Mann bestätigt.) Dann meinte Vanessa zu mir jemanden bezahlen dafür. Ich sag: "Vanessa, ich hab das Geld dafür nicht, ich hab auch nicht das Geld 40 Hunde zu ernähren. Und es sind nun schon 40 Hunde. Ich hab 22 und hier die Popcörner sind 18 und einige komplizierte Fälle, wo ich nicht weiss, wie wir die jemals vermitteln wollen! Dazu noch 70 Euro, die diese ominöse Pflegestelle mit 140 Hunden jeden Monat bekommt, weil sie Hunde von uns genommen hat. Plus Kastrationen, Impfungen, Entwurmungen. Spritkosten, Mautgebühren. Ich hab das Geld nicht!" Nun kommt in ihrem Zustand dann auch nicht wirklich was an. Ich hab dann später von ihr noch eine SMS erhalten: "Und wenn wir mehr Eimer und Näpfe kaufen und nur noch alle 2 Tage hinfahren?" Ich hab da nicht drauf geantwortet. Die meisten Hunde fressen ihr Napf sofort leer, sonst frisst es eben ein anderer. Wie soll das gehen? Was ist wenn es Beissereien gibt? Sorry, aber ich find das unverantwortlich.

Nun war jedenfalls ihr Mann hier bei uns. Es wird über Scheidung gesprochen, aber er will sie auf keinen Fall in dem Zustand verlassen. Er hat einiges erzählt, was da Zuhause passiert oder eben nicht passiert. Sie hat am Samstag einen Arzttermin, vielleicht kommt sie in eine Klinik. Er wusste auch nicht, dass mittlerweile so viele Hunde dort sind. Wir haben jetzt abgemacht, dass KEIN weiterer Hund dazu kommt, dass auch er versucht Hunde zu vermitteln, auch seine eigenen, so schwer wie es ihm fällt. Aber es geht einfach nicht. Er weiss nicht, was die Zukunft bringt, ob er umziehen muss usw. Cristiana wird in ca. 6 Wochen wieder operiert, da ist mit Unterstützung in naher Zukunft nicht zu rechnen. Meine Tage bleiben weiterhin Sa, So, Mo und er macht die anderen 4 Tage. Wir wollen schnellstmöglich die Hunde reduzieren. Wir wollen hier bei uns noch Zwinger bauen, er hat seine handwerkliche Hilfe dabei angeboten. Sollte hier bei uns ein Platz frei werden, holen wir dann eben nach und nach die Hunde her. Wir haben jetzt unser Grundstück in 4 Bereiche eingeteilt. Dafür hat mein Mann das Geld von seinem Quadverkauf investiert. Wir hatten den Maurer ein paar Tage da, für Mauern und den Sockel und für den Zaun. Dazu die Zaunelemente, Pfosten, Zement, Steine, Holztore usw. Das war alles schon länger geplant, ohne das wir wussten, was nun passiert.

Ich war ja gestern mit Vanessa auf Kastrationstour. Sie ist völlig neben der Spur. Sie schläft fast nur während der Fahrt oder raucht. Sie hätte irgendwelche Pillen genommen. Hab den Namen vergessen. Ob ich die noch nie genommen habe? Nee!? Dann sieht man alles in Regenbogenfarben. Sie hätte 2 genommen, wenn ihr Vater eine halbe nimmt, dann hängt er schon in den Seilen. (Auch das war im Gespräch mit ihrem Mann ein Thema, also der Vater.) Wir haben 3 Hündinnen und 3 Katzen mitgehabt. Wir haben alle wieder eingeladen und sie geht wieder rein zur APA und fragt die Ärztin: "Wo ist denn die weisse Katze?"  "Da war keine weisse Katze!" und Vanessa steht da und überlegt. Geärgert hab ich mich auch. Eine der Hündinnen hatte Milchleistentumore und die Ärztin hat während der Kastrations-OP versucht Vanessa zu erreichen, ob das gleich mitgemacht werden soll, aber Vanessa ist nicht rangegangen und hat auch nicht zurückgerufen und ohne Einverständnis kann sie das nicht machen. Nun muss der Hund nochmal unters Messer. Nochmal Narkose, nochmal Kosten.

Ich kann das hier jetzt nicht alles schreiben, was gelaufen ist, was ich erfahren habe, aber irgendwann schreib ich das mal auf. Vielleicht ist es wirklich am besten, ich oder wir, denn es betrifft ja auch meine Familie, machen unser Ding hier und nicht mehr. Von niemandem in irgendeiner Form abhängig. Also wenn die Popcörner alle raus sind. Hütten und Näpfe kann man mitnehmen. Es ist ärgerlich und schade um die getätigten Investitionen, aber alles was geht, nehmen wir mit, wenn es soweit ist. Ich kann und will die Hunde nicht im Stich lassen. Das ist für mich überhaupt keine Frage.

               Hier 2 Einblicke in die neue Unterteilung, zeigt aber nur 2 Ecken.



Kommentare:

  1. au wei.
    mehr weises kommt später, hier ist es auch grade sehr unrosig.
    meine Hilfe bleibt, egal was kommt.
    Herzlichst, Frau Gräde

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  2. Oje,Depressionen,schlimm,hoffe sie kommt in eine Klinik und die können ihr helfen.Denke das ist wirklich sinnvoll,macht euer eigenes Ding denn sonst geht so viel Kraft und Energie für Organisation und Fahrten usw. drauf,allein könnt ihr wahrscheinlich effizienter arbeiten.Super dass du dich nicht entmutigen lässt und immer weiter machst!Vielen vielen Dank für euren Einsatz! Die Stunden gezählt wäre das wahrscheinlich eine Vollzeitstelle....Und danke auch dass du uns immer teilhaben lässt und nicht müde wirst zu fotografieren und zu schreiben!

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    1. Sie war auch wohl schon mal in einer Klinik vor 8 Jahren. Ich muss das doch zeigen und erzählen was wir machen.

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  3. oh manno, diese hübsche junge frau macht sich ihr leben kaputt. für mich liest sich das nach chem. drogen. ich finde gut und richtig, was ihr euch vorgenommen habt. abhängigkeit ist auch mein ding nicht. wenn man sich nur auf sich selbst (und auf uns als mitfieberer und helfer) verlassen kann, dann soll es so sein. ich denke, alle deine leserInnen werden euch weiter kräftig unterstützen.
    ich habe deine blogadresse hier überall schon an schwarze bretter geheftet und werde weitermachen damit.
    m.

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    1. Ja, aber die Portugiesen sind immer schnell im Pille einwerfen. Auch die Teenies schon. Danke.

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  4. Au weia! Das ist ja alles heftig! Doch eure Entscheidung ist richtig. Es sind erstmal Ferien und manchmal kommt mit der Zeit auch Rat. Versuch bitte trotzdem auf dich zu achten. Deine Familie, die Hunde, sie brauchen dich alle und eine Schwerkranke ist genug.

    Wie gehts Cristiana denn eigentlich?

    LG Mieke

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    1. Ja, danke. Cristiana ist seit ein paar Tagen wieder Zuhause, hat Schmerzen, aber soweit alles gut und in Vorbereitung auf die nächste OP am Herz dann.

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  5. Oh man. Was für ein Mist. Wir versuchen aus der Ferne zu helfen so gut wir können. Traurig, wenn man jemanden so sehen muss.

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    1. Ja, das ist traurig und vor allem so ungewiss, ob sie aus dem Loch wieder rauskommt.

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  6. Hallo Susi,

    hab nun lange überlegt, was ich zu deinem Lagebericht schreiben soll, ich denke nun habe ich es.

    Ihr tut eine Menge für die Tiere, und gebt sehr viel mehr von euch, als die meisten Menschen bereit wären zu geben, meine Person eingeschlossen. Aber ihr seid auch eine Familie und ihr braucht auch eure Zeit für euch. Nur wenn eure Familie auch weiter funktioniert und ihr genug Energie über habt um euren Job gut zu machen und dann könnt ihr weiter für die Tiere da sein. Also bleibt nichts anderes als Grenzen zu stecken, was für euch auch künftig möglich ist für die Hunde zu tun. Nur so wird es langfristig funktionieren. Wo diese Grenzen sind könnt nur ihr selbst beurteilen. Auf jeden Fall gibt es keinen Grund ein schlechtes Gewissen zu haben, falls ihr irgendwo zurückfahrt. Ihr dürft auf jeden Fall auch künftig stolz auf euch sein.

    LG

    Cort

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    1. Es ändert sich ja nun nicht viel. Eigentlich nur, dass keine neuen Hunden dazukommen. Ich wollte meine Tage gerne reduzieren, denn an den Popcörner-Tagen sind für mich immer 2 Stunden weg (Fahrt und saubermachen und füttern) und die Tage sind eh zu kurz. Die Kastrationstouren bleiben, viele Tiere sind auch über Carla und ich arbeite gerne mit der APA zusammen und möchte denen bei der Vermittlung gerne helfen, denn die haben so viele tolle Hunde.

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  7. Das hört sich ja alles nicht gut an. Ich glaube, ihr ist das mit dem Projekt Tierschutz auch über den Kopf gewachsen. Trotz aller Tierliebe und Mitleid muss man auf die Kapazitäten achten und kann nicht zum Tiermessie werden...schließlich muss jeder Hund ordentlich versorgt werden, ansonsten war doch alles umsonst.

    Ich denke mal deine Entscheidung wird die einzigst logische sein und werden, Du musst auch damit rechnen, dass sie mal länger oder komplett ausfällt (evtl. Zukunft), so traurig das auch ist. Was wird dann aus den Hunden?

    Wenn sie nur noch zugedröhnt unterwegs ist, kann ja noch viel mehr passieren... das will man sich gar nicht ausmalen. Ich finde einen Plan B wichtig, weil man sich auf niemanden 100% verlassen kann.
    Und bei eurem Projekt hängt ja viel dran: Die Hunde, deine Familie, Geld & Zeit.

    Ein Gespräch mit der frischen Vanessa ist also sehr wichtig, sie muss die Realität sehen: Hunde reduzieren, runterschalten, planen.

    Es wird nicht einfach werden...
    lg

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    1. Ich hab schon vor ein paar Monaten mal zu ihr gesagt, dass ich nicht mit ihr mitfahre, wenn sie in dem Zustand ist. Da war es ja nur tageweise. Wer hätte das gedacht, dass bei 3 Personen mal 2 wegfallen. Mir geht es nur noch um die Hunde, der Rest ist durch.

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  8. Ich hab, als ich angefangen hab zu lesen erst gedacht, nun willst Du komplett alles aufgeben und hinschmeißen. Verstanden hätte ich es. Ich finde auch, deine Entscheidung ist gut und richtig, soweit ich das beurteilen kann. Ansonsten hat Cort das schon alles gesagt, was ich auch gedacht habe.
    Ich drücke Christiana alle Daumen dass sie es schafft, die Krankheit zu überwinden. Es kostet sehr sehr viel Kraft und allen Willen den sie aufbringen kann und wenn sie das tut, dann kommt sie da auch wieder raus, da in ich mir sicher.

    Liebe Grüße und alle guten Wünsche für alle Zwei- und Vierbeiner.

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    1. Ich kann die Hunde nicht aufgeben. Die sind teilweise dicker mit mir als einige, die hier rumlaufen. Erst wenn die "in Sicherheit" sind, dann geb ich auf.

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Bitte höflich bleiben, sonst...