Komm sach watt!

Wenn es nicht das www wäre würden hier oben Fotos meiner Kinder hängen. Ich freue mich über nette Kommentare, Kritik vertrage ich überhaupt nicht und ich bin kein Freund von Smilies, man sollte sich auch so ausdrücken können.

Thanks for stalking. Komm sach watt!

Donnerstag, 8. April 2021

So schnell kann es passieren...

Ich muss hier eben wieder was loswerden. Eigentlich wollte ich von der Zacker 2.0 erzählen, die hier hergezogen ist und woran man sehen kann wo hier Deutsche erst kurz leben, aber gestern hat mich etwas wieder leicht umgehauen. Ich war am Wäsche abnehmen, da klingelt mein Handy. Sara aus´m Dorf unten. Wir kennen uns so lange ich hier im Land lebe, denn Kind 2 und ihr Kind waren zusammen im Kindergarten und Grundschule hier im Dorf. Oktober 2014 ist ihr Mann an einem Hirntumor gestorben, gibt es hier auch einen Post drüber. Wenn sie mich anruft ist es eigentlich weil da ein Hund rumstromert oder sie uns Autoteile usw. bringt für den Betrieb wo sie nun arbeitet. Und sie sagt: "Hallo Susanne, mein Bruder ist in Deutschland im Krankenhaus, er ist hirntot und die wollen die Maschinen abstellen. Muss man da auch was unterschreiben, wie es hier in Portugal ist?" Ich musste mich erstmal sortieren, hab aber gleichzeitig gedacht sie funktioniert gerade. Ein paar Sätze später ist ihr die Stimme einmal weggesackt. Ich hab gesagt, ich denke schon, dass das jemand von der Familie unterschreiben muss und wenn ich irgendwo anrufen soll, was klären soll dann sag mir Bescheid. Und schon hatte sie auch wieder aufgelegt. 

Ich weiss, dass ihr Bruder jahrelang illegal in den USA war. Das heisst, er konnte nie hier nach Portugal kommen, weil er sonst nicht wieder in die USA reingekommen wäre. Irgendwann war er vor einigen Jahren dann doch wieder hier mit 2 kleinen Kindern. Die Mutter dazu ist Brasilianerin, aber die wollte die Kinder nicht behalten. Dass er nun in Deutschland ist wusste ich nicht. In Deutschland hat er eine portugiesische Freundin, die hat auch Sara angerufen und ihr erzählt, er ist Anfang dieser Woche in der Wohnung morgens hingefallen, auf den Kopf. Dann wohl auch ins Krankenhaus, da hiess es erst alles in Ordnung und kurze Zeit später war nichts mehr in Ordnung. Hab ihr dann geschrieben, wenn sie hinfliegen wollen, dann arrangieren wir das alles irgendwie. Sie schrieb dann gestern noch, dass die Maschinen heute schon abgestellt werden sollen und die Organe werden gespendet. Musste ich schon schlucken, weil das so im Nebensatz kam. Für Portugiesen ist das nicht so eine Diskussionsnummer wie für einen Grossteil der Deutschen. Hier in Portugal ist jeder Spender, wenn er nicht zu Lebzeiten widersprochen hat. Die Regelung ist besser. Eindeutig. 

Und trotzdem bin ich immer noch irgendwie in Gedanken in der Geschichte. Hab sehr schlecht geträumt letzte Nacht. Weiss nicht mehr was, aber bin 2 x aufgewacht und war jedes Mal froh aufgewacht zu sein. 

Ich bin für Organspende, keine Frage. Ich kenne Dialysepatienten, ich kenne Transplantierte und die Frage stellt sich dann nicht mehr. Aber der Satz hat mich trotzdem irgendwie nicht losgelassen gestern. "Die Organe werden wir freigeben."  

Das Leben ist kurz! Das ist es so schon gefühlt, wenn man Level Ü 50 erreicht hat. Was manche Menschen durchmachen müssen ist unfair. 



Dienstag, 24. November 2020

Vom Filmen, Fahren und Fliegen

Kind 1 ist ja nun schon 6 Jahre in England und war im Sommer mit dem Studium Zünnematografie, also Cinematographie fertig. Keine Abschlussfeier aufgrund von Corona. Und Jobs sind ebenfalls rar. Dann hat sie ein Jobangebot als "Runner" bei einem Filmdreh einer portugiesischen Crew in England bekommen. Ihr Vorteil war dass sie Portugiesisch spricht. 5 Wochen lang, ca. 400 km weg vom Wohnort. Aber gut bezahlt, Appartment wird gestellt, Verpflegung bezahlt. Sonntags frei. Runner heisst, Sachen besorgen, Leute hin- und herfahren und viel warten. In einem ziemlich neuen 9-Sitzer Ford-Bus, dessen Sitzheizung ihr den Hintern gerettet hat beim Warten.

8 Wochen vor dem Job hatte sie sich mit ihrem Freund zusammen einen alten Ford Ka gekauft für 750 Pfund. Von einem Männerpaar, ein Brasilianer und ein Spanier. Der Brasilianer hat sich so gefreut, dass sie portugiesisch konnte. Auto gepflegt, beide sehr nett und haben denen noch eine Karte zur Autoübergabe geschrieben. 

 
Nun ist sie mit dem kleinen Auto zu ihrem Job gebrummt. Am zweiten freien Tag wollte sie dann damit los und Batterie leer. Irgendjemand war so nett und hat ihr gesagt wo sie eine neue bekommt und ihr die eingebaut. Auto lief wieder. Dann wollte sie dort TÜV machen lassen, weil der am 4.11. fällig war und das das Datum des letzten Drehtags für sie war. Die Werkstatt hat ihr gesagt, dass das Auto nicht mehr durch den TÜV kommt, viel zu vergammelt unten. Ärgerlich, zumal sie noch vorher irgendwelche Gummis hatte erneuern lassen und der Wagen auf einer Hebebühne war, aber der Mann nichts gesagt hat wie vergammelt das Auto ist. Die beiden Vorbesitzer wussten da auch nichts von. Denen war das so peinlich. Die haben genau zu der Zeit nachgefragt wie es denn läuft. Und ihr 100 Pfund zurücküberwiesen.

Aber zurück zum Dreh. Der Regisseur ist ein Bekannter in Portugal. Da wir aber ja nie portugiesisches Fernsehen Zuhause hatten, kennen sowohl Mann und ich und auch die Mädels kaum portugiesische Promis. Der Regisseur hat jedenfalls auch immer mal irgendwelche internationalen Preise bekommen und dreht eher düstere Filme. Darum musste das Kind auch nach 3 Wochen erst von 16 bis 1 Uhr und dann von 18 bis 3 Uhr arbeiten. 2 x waren Windhunde beim Dreh. Beim Dreh in einer Truthahnschlachtfabrik musste sie nicht dabei sein. Der Regisseur ist wohl auch nicht der netteste, aber mehr kann ich da nicht zu schreiben. Ausserdem hat sie sich beim Dreh mit der Tochter einer bekannten Schauspielerin unterhalten. Kind 1 kannte auch die nicht, aber die war sehr nett. Ich sag: "Die kenn ich, also die Mutter, die hat nämlich mal einen Werbespot für den Tierschutz gedreht und wenn ich es richtig weiss, ist einer der 4 oder 5 Hunde, den sie hat sogar von der APA." 

Ihr Job endete am Tag vom letzten Zulassungstag ihres Ford Kas und so ist sie noch am Abend losgebrummt, die 4 Stunden nach Hause. Geschafft. Am nächsten Tag da nochmal TÜV versucht und dann den Schrotthändler gesucht, der am meisten gibt. Ich glaub 210 oder 230 Pfund haben sie dann noch bekommen und waren erstmal wieder ohne Auto. Vorgestern haben sie sich aber nun 7 Jahren alten Picanto gekauft. Möge der sie gut durch die Lande bringen. Von privat. Beim Händler kannst du in England aktuell kein Auto kaufen. Doch, du kannst es online kaufen, aber keine Probefahrt, kein angucken, wegen Corona. Du kannst dein ausgesuchtes Auto für 99 Pfund reservieren für nach dem Lockdown. Ach so und alles um- und anmelden ging per Handy!

Dann war da noch Max Giesinger als Flugpate. Sehr sehr netter Kerl. Werd mich wohl noch jahrelang ärgern, dass ich mein Geld im Auto gelassen hatte und mir darum die Einladung auf einen Kaffee verkneifen musste. Zeit genug hätten wir gehabt. Bessere Begleitung hätte Asterix kaum haben können. Gab auch noch Fotos vor dem Gate und aus dem Flieger. So lieb um Umgang mit dem Hund und dabei wollte er eigentlich lieber den Hund im Frachtraum mitnehmen. Neben dem Koffer hatte er auch noch Gitarre und dicken Rucksack dabei. Frachtraum ging aber nicht. Glück für Asterix. 2 heartbreaker unterwegs.


Ach, es fehlt mir so das Schreiben. Hätte so viel zu erzählen. Über Bewerber, Adoptanten, Ex-Teamer, Facebooker, Reptiloiden und andere Abgedriftete.

Samstag, 21. November 2020

Kreditkarten

Seitdem ich ja den teuersten Tag meines Lebens im April 2010 hatte, weil mir alles geklaut wurde und das Auto, bzw. der Motor sich noch verabschiedet hatte, hab ich meine Kreditkarten immer in einem Extra-Mäppchen. Ich bezahle hier auch alles mit Karte. Jeden Einkauf, tanken etc. Für Tierarztkosten ziehe ich Geld mit einer der Karten und zahle das bar. Vor gut 5 Wochen als ich zum Flughafen war und Hunde auf die Reise geschickt hatte, bin ich auf dem Rückweg bei einem Aldi vorbei, der an der Strecke liegt. Ich hatte ne neue Hose an, die vorne keine Taschen hatte. Meine Handtasche hab ich schon ewig eingemottet, denn so hab ich immer nur das kleine Mäppchen mit. Das ist eben auch nur so groß wie eine Kreditkarte. Voll praktisch. So stopf ich dann beim Aussteigen das Ding eigentlich immer vorne in die Hosentasche. Ging ja nicht. Grmpf. Also hinten links in die Hosentasche, da wo auch das Handy immer drin ist. In der rechten Tasche ist der Autoschlüssel, an diesem Tag auch hinten drin. Eingekauft und ab nach Hause. Beim Aussteigen such ich dann nach dem Kartending und finde es nicht. Alles 3x durchgesucht. Alle Tüten, das Auto auf den Kopf gestellt usw. Nicht zu finden. Bei Aldi angerufen. Wie schon in den 80ern haben die Aldi-Märkte kein eigenes Telefon, da scheint sich nichts dran geändert zu haben. Also Telefon inzwischen schon, aber man kann sie nicht erreichen, man muss in einer Zentrale anrufen und die rufen dann in der Filiale an. Die gute Frau konnte da niemanden erreichen und wollte sich wieder melden. Nun haben die meisten Portugiesen ein Problem oder nee ein Gen, das diesen angekündigten Rückruf nie stattfinden lässt. Mir kann das nur auf dem Parkplatz aus der Tasche hinten gefluppt sein. Als ich das Handy rausgezogen hab wie immer. Nur hab ich nicht an das kleine Mäppchen gedacht. Fallen gehört hab ich auch nichts. Das war glaub ich sogar noch Leder. Mehr als 25 Jahre alt. 

Da es ja so unglaublich praktisch ist, dass die Notfallnummern bei Verlust AUF den Karten stehen, musste ich erstmal um die Karten von meinem Mann bitten. Als erstes hab ich die Mastercard sperren lassen. Denn die hatte gar keinen PIN, da hätte jeder fröhlich mit shoppen können. Sehr netter Mann am Telefon, hat dann auch gleich eine neue in Auftrag gegeben. Dann hab ich portugiesische Karte sperren lassen. Das ging alles über eine automatische Ansage und ich hab mir dann auch selbst auf die Schulter geklopft, dass ich das in der ganzen Aufregung auf portugiesisch gemeistert hab. Auch da wurde gleich eine neue Karte in Auftrag gegeben. 

Blieb noch die gute deutsche Sparkasse. Auch da war das Sperren telefonisch schnell erledigt und ich war erstmal sehr erleichtert. Anschliessend noch wütend geheult über meine Dummheit, aber wichtig war das alles geblockt wurde. 

Als erstes kam die neue Mastercard. Dieses Mal mit PIN. Dann kam irgendwann die neue Karte der Sparkasse. Ich freudestrahlend zum Automaten. Karte so wieder ausgespuckt. Nicht mal ein Menü angezeigt. Hab ich dem jungen Mann der Sparkasse geschrieben. Kann weder abheben, noch bezahlen, ob da nichts was freigeschaltet werden müsste von wegen Ausland. Schrob er zurück, die Karte hätte einen Start-PIN und ich müsste das auf meinen Wunsch-PIN ändern. Das ginge bestimmt nicht bei allen Banken, fahren Sie am besten zu einer großen Bank, wie die Deutsche Bank. Ich sach: Watt? Ich soll jetzt 60 km zur nächsten Deutschen Bank eiern? Dabei komm ich doch gar nicht erst ins Menü. Start-PIN? Warum? Die Pin-Nummer wurde doch eh separat geschickt. Hat er sich wieder bei den etwas älteren Herren erkundigt: Nee, ist gar nicht so. Meine Karte hat das nicht mit dem Start-PIN. Und eine Sperrung wäre auch nicht auf der Karte. Ich wieder freudestrahlend los. Das ist eben genau die Karte, mit der ich jeden Einkauf hier bezahle und mit der ich Geld ziehe.

Ich zum Geldautomaten. Menü geht auf. Kann den PIN eingeben, dann kommt eine rote Meldung "Operation kann nicht ausgeführt werden". Ey. Nächster Automat, gleicher Mist. Wieder dem Herrn Sachbearbeiter geschrieben. Das es nicht geht, das ich das gerne genauso hätte wie es vorher war. Das ich überall damit bezahlen und Geld ziehen kann. Irgendetwas MUSS ja anders sein. Ich komme trotz Karte seit 3 Wochen nicht an das Konto und meine Nerven liegen etwas blank. So. Antwort: "Kann ich vollkommen nachvollziehen, die Karte muss natürlich funktionieren. Die Technik unserer Chips wechselt aber natürlich fortlaufend um z.B. auch neuen Sicherheitsansprüchen gerecht zu werden. Ich habe die Fach Abteilung damit beauftragt Ihre Karte eingehend zu prüfen und erwarte eine zeitnahe Antwort. Ich melde mich dann bei Ihnen."

Dann sind wir 4 Tage mit dem Wohnmobil los, zwischendurch schrieb er mir: "wir haben Ihre Karte von verschiedenen Abteilungen prüfen lassen und uns fällt absolut nichts auf, was den Einsatz der Karte einschränken sollte. Von unserer Seite ist die Karte vollumfänglich einsatzfähig. Haben Sie Ihre Karte mittlerweile einsetzen können?" 

Nach einer Woche hab ich gedacht ich probier es nochmal. Und was war... alles wie es sein sollte. Ist das nicht seltsam. Hatte dann für den ersten Einkauf den Mann dabei mit seiner Karte, falls das nicht klappt, aber auch da kein Problem. Hab ich dem Jüngling dann mitgeteilt. Da antwortet der doch: "Dann hat sich soweit ja alles einjustiert!" Die haben mich doch verars.... und wollten mich für dumm verkaufen. 

Fehlte noch die portugiesische Karte. Irgendwann traf auch die ein. Da steht auf der Karte: Suzana Klug. Bin ja erst seit 15 Jahren Kunde bei der Bank. Am nächsten Tag ist Mann mit der Karte hin und die mussten natürlich eine neue beantragen. Guck ich auf´s Konto, haben die nochmal 15 Euro für eine neue Karte abgebucht. Hab ich meinem Sachbearbeiter hier eine Mail geschickt, dass ich nicht bereit bin für ja nun deren Fehler zu bezahlen. Wurde dann auch wieder gut geschrieben. Also mein Tipp: Verliert die Karten nicht. 

Heute beim Essen: 
Ich: Udo Walz ist gestorben.
Mann: Der Catcher?






Er konnte sich noch nie Namen merken. Er meinte Otto Wanz. Es ist jedes Mal zum Wegschmeissen, weil dann das Spielchen kommt: Ach wie heisst der noch, gib mal ´n Tipp! Gestern sagt er: Der Kerner hat Obama interviewt! Ich: Nee, das war nicht Kerner. Gib mal n Tipp. Der Ritter hat ne... und so lösen wir inzwischen sehr viele Namensrätsel.



Samstag, 8. August 2020

Weisst-du-noch-Freunde

Solche weisst-du-noch-Freunde sind ja irgendwie Gold wert. Und wenn man sich die Geschichten auch 100 x erzählt. Ich hab nach einem ziemlich besch... Tag spät abends zufällig herausgefunden, dass man auf der Internetseite unserer ehemaligen Dorfzeitung (na ja, es war oder ist schon ein ganzer Landkreis) für Traueranzeigen nur das Dorf mit Namen eingeben kann. Da ich keine wirkliche Verbindung sprich jemanden für Friedhof-Infos habe, fand ich das ganz praktisch. Das geht auch mehr als 10 Jahre zurück. Fast 18 Jahre sind wir mittlerweile aus Deutschland weg. 18 Jahre hab ich dort im Dorf gelebt. 1976 haben meine Eltern dort ein Haus gebaut. Ein Eckgrundstück von 6 Grundstücken mit neuen Häusern. Raus aus der Stadt. Rechts und gegenüber ein Bauernhof. Links eben die neuen Bungalows mit Grundstück wie es heute in der Größe wohl nicht mehr üblich wäre. Ein Dorf mit 800 nochwas Einwohnern. So hab ich die Anzeigen durchgeklickt. Neu zugezogen sind ja nicht viele, trotz Golfplatz, aber einige Namen sagten mir so gar nichts. Andere Leute sind alt, teilweise sehr alt geworden, oder eben die Eltern von jemandem, den man kennt. Alles aber ein Zeichen für die Endlichkeit unseres Lebens. Traurig war ich schon bei einigen. Als Dorfkind in den 70ern und 80ern hat man alle gegrüsst und kannte auch jeden. Es gab 2 Tante-Emma-Läden, 2 Kneipen, Reitverein, Schützenverein. Fast alles Geschichte. Trotzdem sind viele Menschen alt geworden. Richtig alt. 80 Jahre Mitgliedschaft im Turnverein und mit 99 Jahren gestorben. Bei diesen ganzen Anzeigen sind so viele Erinnerungen hochgekommen. Dorfleben eben.

Und dann sehe ich Solveigh H. gestorben April 2013 und meine ganzen Gedanken und Erinnerungen sind da und wissen gar nicht welche zuerst vor meinem geistigen Auge erscheint. Mensch Solveigh. Ich googel, weil ich doch früher schon öfter mal nach dir gesucht hab. Und ich finde einen tollen Nachruf über dich. Und mir fallen spontan Dinge ein, die lange im Hirn verschollen waren und ich sage: Ja, das war Solveigh. Ich bin gleichzeitig froh was gefunden zu haben, aber schlimmer ist das Grübeln. Mehrmals hab ich deine Mutter in Deutschland getroffen, hab vor unserem Umzug noch meine portugiesische Telefonnummer direkt zu euch nach Hause gebracht. Da wohntest du aber schon nicht mehr dort. Bei einem dieser Treffen im Supermarkt meinte deine Mutter: „Na ihr habt ja viel Blödsinn zusammen gemacht!“ Klang irgendwie vorwurfsvoll. Ich hab dir bei stayfriends geschrieben, nie eine Antwort erhalten. Schade, wir hatten ein paar Schuljahre und vor allem einige Zeit zusammen verbracht. Angefangen in der 4. Klasse.

Als ich mit meinen Eltern im September 1976 aus der Stadt auf´s Land gezogen bin und mit 9 Jahren alle Freunde zurück lassen musste, wurde mir der Umzug durch einen Hundewelpen „schmackhaft“ gemacht. Boxerwelpe Asco schrieb mir einen lieben Brief mit Foto, wie sehr er sich auf sein neues Zuhause freut. (Den Brief hat meine Mutter wie so viele Dinge dann später beim Aufräumen weggeschmissen). Auch die Dorfschule (Klasse 1+2 und 3+4 zusammen) wurde mir von meiner Mutter schmackhaft gemacht. Bei der Anmeldung hätten ganz viele Schüler gesagt: "Die kann neben mir sitzen!" Stimmte gar nicht, wie ich später erfahren habe. War aber wohl nett gemeint. So sass ich dann neben Solveigh. Einem breit lachenden, sehr blonden Mädchen mit einer Stimme, die ich heute noch im Ohr habe. Und so klein wie du warst, hattest du unter dem himmelblauen Pulli oder knallgelben T-Shirt immer „Bauch“. 

Aber du warst eine „Mitzieherin“, dich konnte nicht viel schocken und du wusstest viel mehr als ich. Du hast mir Dinge erklärt und gezeigt, über die ich mir mit 10 oder 11 nie Gedanken gemacht hab. Nichts auf der Welt verschwindet. Asche wird zu Staub und Staub ist überall hast du mir anhand eures Ofens im Haus erklärt. Über Regenwolken und noch sehr viel mehr konntest du erzählen und auch alles erklären. Ich war fasziniert. Dein Lieblingsfilm war "Krieg der Knöpfe", den Film hab ich mir Jahre später angesehen. Euer Haus war innen komplett vertäfelt. So etwas hatte ich vorher noch nie gesehen. Das war toll. Ihr hattet 2 Ponys. Lasse und ebenfalls ein skandinavischer Name, ich komm nicht mehr drauf. Im Garten ein kleines, dunkles Holz-Haus auf Stelzen für die Kinder. Da haben wir Hexe Hexe kaukaukau hau mir doch die Nase blau gesungen. Wir haben Apfelsaft getrunken. Ich kannte vorher keinen Apfelsaft, den gab es bei uns nicht und ich bekam jedes Mal Kopfschmerzen. Zur Geburtstagsparty wurden im Haus Schlauchboote aufgestellt. An denen hingen später jede Menge Spaghettis mit Tomatensosse.

Du hast 2 Geschwister. Juliane genannt Julchen, die lange, blonde Mega-Locken hatte um die sie jeder beneidete und die sie selbst doof fand. Und Sören, aber der war zu der Zeit klein. Wie bei allen Geschwistern gab es immer mal Stunk zwischen dir und Julchen, weil du ungefragt was aus ihrem Zimmer genommen hast. Wir waren auf dem kleinen Dachboden, da war eine Hängematte und dort haben wir Olivia Newton John und John Travolta sehr laut gehört. Die Zeit verflog einfach so. 

Du wohntest am anderen Ende vom Dorf und bist, als wir zur „großen“ Schule in der Kleinstadt wechseln mussten, auch weil die Dorfschule geschlossen wurde, immer beim Schulbus früher oder später ein- und ausgestiegen. Manchmal sind wir auch zusammen ausgestiegen, haben zusammen gegessen und dann Blödsinn gemacht. Ich durfte immer niemanden mitbringen und so erinnere ich mich, als mein Pa früher nach Hause kam und ich dich irgendwie heimlich rausgelotst habe. Den Grund warum du so erwachsen warst und dir vom Leben nichts vorschreiben lassen wolltest hab ich erst später begriffen. Mukoviszidose kannte ich bis dahin nicht. Aber dann sehr gut. Auf Klassenfahrt in der 5. oder 6. war es als ein Mädchen aus der Parallelklasse dich als Pillenfresser bezeichnet hat. Das hat dich innerlich tief getroffen, die ganze Stimmung war im Eimer. Was sind Kinder gemein und dumm. Aufhalten konnte dich trotzdem niemand. Und ja nun lange selbst Mutter stelle ich mir vor, wie es ist so einen kranken Feger zu haben und noch 2 Kinder mehr. An die Picknick-Nummer erinner ich mich noch. Wir hatten uns Essen und Trinken eingepackt. Und wo haben wir gegessen? An der Bundesstrasse, der B6, rechts neben dem Standstreifen, zwischen beiden Leitplankenprofilen. Laut war´s. Irgendwann kam jemand und hat uns dort weggescheucht von wegen zu gefährlich. Das war Solveigh. Wir haben wohl noch viel mehr solcher Aktionen gestartet, sonst kann ich mir den Kommentar deiner Mutter nicht erklären. 

Ab der 7. Klasse trennten sich unsere Wege, jede ging auf eine andere Schule. Du Gym, ich Real. Neue Klassenkameraden oder Mitschüler. Andere Ziele. Anfang der 90er hab ich dich plötzlich spät abends noch in einer Fernsehsendung gesehen, da ging es um Transplantationen. Du hattest eine Leber bekommen. Auch da warst du so klar, cool und sympathisch.   

Hab die Narbe gesucht, die du mir am Oberarm reingekratzt hattest, weil wir uns wegen irgendwas gestritten haben. Sie ist verblasst. Wie auch Erinnerungen verblassen. Aber einiges bleibt hängen. Mach´s gut Solveigh. Die werden viel Spass mit dir haben da oben.

Das musste ich loswerden. Zu oft hab ich an diese Zeit gedacht. Das ganze Leben besteht aus Abschnitten in denen wir Menschen treffen. Einige bleiben nur kurz, andere länger, aber jeder bringt eine Erinnerung. Gute und schlechte. Zu der Zeit haben meine Eltern so gar keine Fotos gemacht. Und so hab ich nur das Klassenfoto.  



Dienstag, 21. Juli 2020

Das erste Mal ins Röhrchen

gepustet. Letzte Woche hatte ich eine Polizeikontrolle. Die zweite in fast 18 Jahren Portugal. Die erste ist lange her. Eigentlich wollte ich Kuni nur morgens zur Tierklinik bringen. Bin dann nicht die Querdurch-Abkürzung gefahren und zack seh ich die Waage und die Polizei da stehen. Rausgewunken. Nun gut, gewogen werde ich auch nicht gerne. Wurde ich auch nicht. Aber man hat ja irgendwie immer ein ungutes Gefühl. Ich jedenfalls. Diese Urangst des Landes verwiesen zu werden. Also Papiere und mitkommen zum Polizei-Auto auf der anderen Seite der viel befahrenen Strasse... Morgens um 10:19 Uhr musste ich pusten. Angeblich müssten das alle, die angehalten werden. Und ich denke: "Shit, es gab dochmal diesen Dopingverdacht mit der Zahnpasta, ich hab gerade die Zähne geputzt."Kurz gepustet und 0,0. Da fragt der mich doch mit Blick auf meine Papiere wie alt ich bin. Also wirklich. Das gehört sich ja nun nicht. Vor allem muss ich immer nachrechnen, weil ich diese stetig steigende Zahl ganz furchtbar finde. Er hat meine Zahl dann angenommen. Und schon durfte ich den Tatort wieder verlassen. Puls immer noch 300, aber weiter ging´s.

Wir waren ja wieder 3 Nächte mit dem Wohnmobil weg und haben nach August nun auch den Juli gestrichen um loszufahren. Der sonst so ruhige Campingplatz war echt ätzend. Aber das erzähl ich im nächsten Post. Dazu passt aber das hier sehr gut:


Gestern Abend hab ich mich voll gefreut, ich hab das erste Mal eine Tintenpatrone (blau) gewechselt ohne was davon an den Fingern zu haben. Irgendwie ist aber auf dem Weg zum Müll wohl ein Tropfen auf den Boden geploppt. Hab ich allerdings erst gemerkt als durch das ganze Wohnzimmer bis in die Küche blaue Flecken auf dem Boden waren, die ich mit meinen Schuhen so lange verteilt hatte bis nix mehr an der Sohle war....

Dienstag, 19. Mai 2020

Glamping und Blumenkohl

Ich hab gedacht, ich mach mir das hier mal wieder etwas gemütlich. Facebook ist momentan bei einigen Themen und auch die Beiträge von einigen Menschen schwer zu ertragen (grammatikalisch irgendwie nicht korrekt). Hätte da einige Leute, die im realen Leben auch nie meine Freunde werden würden, aber ich kick sie nicht raus, einfach um mir das anzugucken, um zu beobachten. Ich wusste, es gibt dumme Menschen, aber mir war die Höhe nicht so bewusst.

Ich würde so gerne wieder mit dem Wohnmobil und Mann losfahren, die Campingplätze sind wieder geöffnet, aber momentan keine Chance. Wohnmobil ist ja kein Camping mehr. Camping ist mit Zelt. Mit Küche und Klo ist für mich Glamping. Aber momentan ist kein wegkommen möglich. Kind 1 in England, mit Freund gefangen in der Wohnung. Also klar raus zum Spaziergang und mal einkaufen, aber sie sagt, die Engländer interessiert Corona überhaupt nicht. Aber keinen Job und Uni-Arbeit eben von Zuhause aus. Kaum jemand dort geht mit Maske irgendwo hin und fast alle Leute ohne Ab- und Verstand. Die würden beide auch gerne herkommen, aber momentan geht´s auch nicht, wegen der Uni. Eigentlich war die Freisprechung am 13.07. geplant. Flüge und Leihwagen gebucht. Alles umsonst. Kind 2 ist ja seit März in einem IT-Unternehmen die rechte Hand der Geschäftsleitung. Spricht mit deutschen Kunden und ist nun auch bei Einstellungsgesprächen der Portugiesen mit dabei. Im August will sie mit ihrem Freund zusammen ziehen. Also auch dort in der Stadt wo sie nun ist. 50 km von hier. Momentan kommt sie jedes 2. oder 3. Wochenende nach Hause. In der Woche macht sie nach nur ein paar Tagen dort in dem Unternehmen nun Homeoffice, wie auch die anderen 30 Angestellten.

Unser Betrieb hat seit nun fast 3 Wochen Kurzarbeit. Keine Arbeit, die 3 Jungs, also Angestellten, Zuhause. Angeblich soll der Staat was zur Unterstützung locker machen, aber gucken wir mal was da wirklich dann passiert. Das ist schon ziemlich Kacke, wenn man stündlich in beide Postfächer guckt es kommt nichts, absolut nichts an Anfragen rein.

Und nun muss ich hier mal ein Rezept festhalten, denn das war sehr lecker und schnell und neu und wiederholungspflichtig:

Blumenkohl in Scheiben schneiden. 0,5 cm, aber das meiste wird eh zu Krümeln, egal
getrocknete Tomaten
- beides braten in Olivenöl
Chili dazu
Pfeffer und Salz
frisches Basilikum ganz zum Schluss
Zitronensaft zuletzt drüber träufeln

Dazu gab es Kartoffelrösti. Sag mir mal einer, warum ich sonst immer so ein Theater gemacht hab bei Kartoffelpuffern. Also mit Ei und Mehl oder nur eins von beiden, damit vegan. Gar nix muss da ran. Rohe Kartoffeln reiben und ab in die Pfanne.





Montag, 18. Mai 2020

Corona - Kannste nicht erfinden

Ich dachte eigentlich Jahrtausendwechsel und 11. September waren schon Erlebnisse, die nicht jeder mitmachen muss oder darf, aber dann kam dieses Covid 19. Auch ich hab das anfangs als Panikmache abgetan, bis irgendwann doch Zweifel kamen. Eben les ich eine Überschrift zu den Verschwörungs-Demos gestern irgendwo in Deutschland: "Keiner den ich kenne hat Corona!" Das ist natürlich ein Bomben-Argument. Vielleicht mal nach Norditalien fahren? Ich glaube die sehen das etwas anders. Hier 500 Meter den Berg runter ist vor 2 Wochen einer dran gestorben. Er hat bis vor einem Jahr noch an der Tankstelle in 8 km Entfernung gearbeitet, 60 Jahre alt, dann Krebsdiagnose. Der jüngere  Sohn stand mit meinen Mädels morgens immer an der Bushaltestelle. Der ältere arbeitet als Security-Mann im Krankenhaus in Caldas. Genau das war der Auslöser. Er wurde positiv getestet und musste die Quarantäne zu Hause verbringen. Hat seinen Vater angesteckt und der ist innerhalb von 3 Tagen gestorben. Beerdigungskolonne nur mit Autos, nicht wie sonst zu Fuss von der Kirche zum Friedhof. Kein richtiger Abschied möglich. Ganz schlimm. Hier im Dorf meinten auch Leute ein Familienessen abhalten zu müssen. Einer davon war positiv, alle Beteiligten durften dann 2 Wochen in ihrem Haus verweilen. Konnten sich dann nur noch über den Gartenzaun unterhalten.

Ansonsten gibt es viel Ärger, den ich hier gar nicht posten kann. Aber solche Leute sind der Grund warum ich mein Hobby nicht ewig betreiben werde. Lug und Betrug vom Feinsten. Wäre ich noch in Deutschland würde ich wohl meinen Rachegelüsten freien Lauf lassen und solchen Leuten auflauern. Das macht mir echt zu schaffen. Grosses DANKE an alle, die in Deutschland immer alles geben. Es fällt mir zunehmend schwerer Hunde nach Deutschland in völlig fremde Hände zu geben. So einige die keine Ahnung haben, die den Hund nicht verstehen und auch gar nicht einschätzen können. Und dann in Watte packen, weil vermenschlicht und dem Hund damit mehr schaden. Ich hoffe wirklich manchmal ich komme noch dazu ein Buch zu schreiben. Ich weiss momentan noch nicht was besser ist, den ganzen Stress dann komplett hinter mir lassen oder das alles aufarbeiten. Bin sehr an meinen Grenzen aktuell. Hätte auch nichts dagegen wenn Scotti mich mal kurz wegbeamt.

Bevor meine Laune weiter sinkt, verabschiede ich mich erstmal wieder.


Mittwoch, 11. März 2020

Wie kann man....

Selten beschäftigen mich Dinge Tag und Nacht. Ich erledige sowas auch gerne schnell, damit es aus dem Kopf ist. Kann ich das nicht, so kann ich das aber auch oft beiseite schieben, zumindest des nächtens um Schlaf zu finden. Aber aktuell ist etwas, was ich hier irgendwie für mich loswerden muss. Es schwirrt in meinem Kopf und kreist und kreist. Wie kann man? Woran merkt man das? Wann hat sie das beschlossen?

Hund Bob wurde vor 5 Jahren adoptiert. Ein liebes Pärchen, das den Hund überall mit hin genommen hat. Ich bekam aus jedem Urlaub Fotos, tolle Mails und Berichte. Ganz am Anfang war er einmal sogar weggelaufen beim Pferdestall. Am nächsten Tag haben sie ihn aber in einer der Scheunen wiedergefunden. Es wurde geheiratet, das erste Kind kam, Umzug in von Wohnung in ein Haus mit Garten, das zweite Kind kam, ich bekam ein Foto direkt nach der Geburt im Mai 2019. Ich hab immer Fotos bekommen. Auch Hund und Herrchen im Bett.

Am 9.2. schrieb sie mich an, ob ich für Bob ein neues Zuhause suchen könnte. Er wäre sehr unglücklich seit das 2. Kind da ist. Er verkriecht sich im Keller. Kommt nur zum Fressen noch hoch oder bleibt im Garten. Beim ersten Kind ging es schon los, aber jetzt in dem Haus wäre es viel schlimmer. Sie hätte eine Nachbarin, die im Tierheim arbeitet und ihn vermitteln wollte. Das in Kurzform. Geschrieben war es viel mehr. Und auch sehr liebevoll. Aber Bob wirkte wirklich auf den Fotos auch wirklich sehr sehr traurig. Sehr geduckte Haltung, traurige Augen. Natürlich suchen wir jemanden, hab ich ihr geschrieben.

Es kamen bis dahin nur unpassende Anfragen. Am 15.02. schickte sie mir noch mehr Fotos und ein Video mit dem Satz: "Auto fährt er übrigens auch sehr gern." Hab mich nochmal bedankt. Am 6.3. schrieb ich ihr, dass wir bisher nur unpassende Anfragen hätten und ob nicht vielleicht doch eine Pflegestelle mit einem vorhandenen Hund in Frage käme. Kam keine Antwort. Am 8. März kam eine Anfrage, die gut zu Bob passen würde. So schrieb ich ihr per Whatsapp. Keine Reaktion. Auch nicht per Mail, per SMS, Anruf ergab Freizeichen. Am Frühstückstisch fragen Mann und Kind 2 mich: "Was ist eigentlich mit Bob?" Und ich antwortete (und ich werde den Satz nie wieder benutzen, hab ich mir geschworen): "Tja, die Besitzerin stellt sich tot irgendwie. Ich kann sie nicht erreichen!" Stutzig machte mich der Whatsapp-Status zuletzt online am 21.2. um 17:21 Uhr. Dachte erst ich bin blockiert, Hund wurde bereits weggegeben (alles schon mal gehabt), aber dann würde ich das Foto nicht sehen.

Am gleichen Tag abends hab ich Rebecca kontaktiert, die hatte 2015 Bob mit vermittelt. Die Festnetznummer war nicht mehr aktuell. In der Selbstauskunft gab es die Daten der Schwiegereltern. Sie hat sich angeboten dort anzurufen und nach Andrea zu fragen. Tja, und dann kam die Nachricht sie ist tot und Bob bleibt in der Familie. Mehr hat die Schwiegermutter wohl nicht gesagt. Rebecca hat dann gegoogelt und die Nachricht hat mich dann umgehauen. https://www.br.de/nachrichten/bayern/manching-mutter-springt-in-den-tod-toechter-erstochen,RrDreLs

Fassungslos, immer noch. Und ich hab mir nochmal alle Nachrichten und Mails durchgelesen. Jetzt sehe ich erst, zwischen den vielen Nachrichten, dass sie mir am 9.2. auch die Nummer ihres Mannes gegeben hatte, aber in der gleichen Minute noch ein: "Ich bin aber erreichbar" hinterher geschickt hatte. Jetzt, im Nachhinein stutze ich und frage mich kurz, ob ich da was draus erkennen konnte. Aber ich komme zu dem Schluss, das ich das nicht konnte. Und trotzdem kreisen die Gedanken. Wie kann man das machen? Wie plant man sowas? Wann packt man das Messer ins Auto? Wie kann man, wie kann man, wie kann man...

Bob bleibt in der Familie obwohl es erst hiess, das geht nicht, weil ein anderes Enkelkind allergisch ist. Ich denke er ist sowas wie eine übrig gebliebene Verbindung zu denen die nun fehlen. Es ist so unfassbar. Wie kann man...


Freitag, 14. Februar 2020

Bin mal kurz weg

Bin gerade dabei abzuschalten und auch zu lernen das Negative aus meinem Leben zu entfernen. Das ist nicht immer leicht, aber es macht Sinn. Menschen, die mir gewollt das Leben schwer machen, sind nicht meine Freunde. Wir sind ein paar Tage weg. Raus. Dank Kind 2. Mann immer so: "Wo fahren wir denn mal hin?" Ich: "Ist mir völlig egal, ich möchte nur Ruhe. Kein Hundegebell!" Also gepackt und los. Beim ersten ausgesuchten Campingplatz kommen gleich 4 Hunde ans Tor gelaufen... Gas gegeben und weiter. Beim nächsten Platz öffnet uns ein schielender, steinalter Opa das Tor, damit wir den Platz mal angucken können. Das ist nun kein Ausschlusskriterium, also das jemand schielt, aber ich wusste echt nicht ob er mit uns spricht. Wohl aber ein No Go ist sein Pfeifen! Ununterbrochen, ausser wenn er spricht. Ausserdem ist dort ständig ein Geräusch einer Pumpe oder eines Kompressors zu hören. Also weiter. Und so sind wir dann gestern hier gelandet. Die paar Kanufahrer, Ruderer und heute morgen Stand-Up-Comedians Paddeler waren eher Abwechslung in dem ganzen Biolärm von Mäh und Tirili. Nichts los, keine Nachbarn. Aber kalte Duschen... Hab´s überlebt.

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Freitag, 31. Januar 2020

Gehen Sie weiter, es gibt hier nichts zu lesen.

Ich letztens, morgens, VOR dem ersten Kaffee...



Ansonsten passieren momentan jede Menge spannende Dinge, die weitere Kapitel füllen würden. Je länger man auf dieser Scheibe namens Globus weilt, um so mehr Leute streifen ja dein Leben und so einige davon hinterlassen Bremsspuren. Teilweise so stark gebremst, dass es stinkt, also nach verbranntem Gummi. Ganz poetisch heute.

Da gab es eine Pflegestelle, die den Hund einfach so weitergibt. Dank eines schnellen Helden, haben wir den Hund doch abholen und auch vermitteln können. Dann gibt es jemanden, der einen Hund wieder abgeben möchte. Was wir nur zufällig erfahren haben, weil, wie bei Hund Grace, jemand die Anzeige gesehen und mir das geschickt hat. Im Gespräch hat sich dann herausgestellt, dass diejenige sich bei der damaligen Fürsprecherin gemeldet hatte und um Hilfe gebeten hatte. Aber deren Antwort war: "Hab ich nichts mehr mit zu tun!" Dabei hiess es doch immer es geht ihr um das Wohl der Hunde. Da haben wir beide (Inga und ich) gestaunt. Nein, Scherz. Haben wir nicht wirklich. Dafür war da vorher schon zu viel passiert und schief gelaufen. Ich kann leider die Einstellung: "Man kann in der ersten Woche mal nachfragen wie es läuft mit dem adoptierten Hund, aber dann ist es ja deren Hund!" nicht nachvollziehen. Aber nun ja, sie ist die einzige Person (weil andere auch so denken), die den Mumm hat mir das mal vor den Latz zu knallen. Weiss gar nicht, wie ich auf die komische Idee gekommen bin, auch noch eine Facebookgruppe für die adoptierten Hunde zu gründen. Wo die doch gar nicht so eine engmaschige Betreuung wollen. Ich hab noch so viel zu sagen. Und das dauert auch mehr als eine Zigarette...

Der Homepage-Umzug basierte auf dem gleichen Drama, da gleiche Familie. Dank Katja, die sogar hier in der Nähe lebt, haben wir den Umzug doch geschafft und ich freu mich über eine tolle Seite, die nur noch ein paar Feinheiten benötigt. Auch wenn einerseits Druck gemacht und andererseits Zeit geschunden wurde (ich guck das mal in den nächsten Tagen an), so ist es vollbracht. Ich bin für die nun nicht mehr vorhandene Homepage auch dankbar gewesen. Da wurde viel Zeit investiert, da wurde gesponsert (wo ich mich auch für bedankt habe), aber nur weil ich Änderungen nicht zugestimmt habe oder tatsächlich mal was nicht so wollte, wie die "Experten", so muss ich mich nicht als diktatorischer Nein-Sager titulieren lassen. Es ist ja leider so, wenn man keine Ahnung von der Materie hat, muss man sich auf andere verlassen. Aber niemand ist unersetzlich im Beruf. Dessen sollte man sich bewusst sein. Auch wenn sich gerne als unersetzlich darstellt.

Es sind so viele Erlebnisse, und schrägerweise ist es nicht das Hunde-Elend, sondern es sind die Menschen, die mich mürbe machen. Die mir die Kraft rauben. Enttäuschungen, die bei einer Skala von 0-10 bei minus 5 landen, weil man da überhaupt nicht mit rechnet, nicht eingehaltene Abmachungen und und und. Glücklicherweise überwiegt das Gute. Die guten Menschen! Also weitermachen. Dank vieler Helfer geht immer was. Vor allem geht es immer weiter. Das baut auf. Danke dafür. Danke Inga.